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Was ist überhaupt Stottern?

Im folgenden Definitionen aus zwei allgemein bekannten Gesundheitslexika:

Stottern, (engl.) stuttering; syn. Balbuties, Psellismus, Dysphemie; Störung des Redeflusses, die häufig situationsbedingt insbesondere bei mitteilendem Sprechen auftritt und bei emotionaler Beteiligung zunimmt; als Ursache werden genetische, psychologische, neurologische u.a. Faktoren sowie Entwicklungsstörungen diskutiert. Stottern kommt v.a. beim männlichen Geschlecht (m:w = 5:1) vor. Als Primärsymptome treten Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern als sog. Klonus oder Blockierung des Sprachablaufs als sog. Tonus, als Sekundärsymptome Dyskoordination zwischen Atmung und Stimmgebung, Sprechangst, Vermeidungsverhalten und Mitbewegungen auf. Ein sog. Entwicklungsstottern bei Kindern im Vorschulalter wird als Ausdruck einer Entwicklungskrise, Störung der Interaktion oder Diskrepanz zwischen Sprech- und Sprachvermögen, Denkvermögen und Mitteilungsbedürfnis interpretiert. Therapie: interdisziplinär und individuell abgestimmte Kombination psychologischer, pädagogischer, medizinischer und logopädischer Verfahren.
(Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 258. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 1998, S. 1510)

Stottern, die bekannteste unter den sog. Redeflussstörungen, welche sich meist vor dem 8. Lebensjahr manifestiert. Dabei kommt es zu einer Unterbrechung des Sprachflusses mit Wiederholung von Lauten, Silben oder Worten. Meist ist die Ursache nicht genau einzugrenzen. Ein Zusammenhang mit psychologisch belastenden Situationen scheint zu bestehen, so dass zusätzlich zur logopädischen Behandlung oftmals auch eine psychologische Behandlung erfolgt. In seltenen Fällen kann dem Stottern auch eine hirnorganische Störung zugrunde liegen.
(Der Gesundheits-Brockhaus, 5. Auflage, F.A. Brockhaus GmbH, Mannheim 1999, S. 1192)

Abschließend zu diesen beiden Definitionen möchte ich noch ergänzen, dass Stottern nur eine von vielen Redefluss- bzw. Artikulationsstörungen ist. Daneben gibt es z.B. noch die Dysarthrie (undeutliche bis nahezu unverständliche Aussprache sowie Störung des Redeflusses z.B. mit Skandieren, d.h. langsamem, abgehacktem Sprechen), Poltern (zu hastiges Sprechen und dadurch bedingter Unverständlichkeit des Sprache, bei der Buchstaben, Silben oder ganze Wörter ausgelassen, verdreht oder miteinander verschmolzen werden) oder Stammeln (Dyslalie, Auslassung bzw. falsche Bildung einzelner Laute oder Ersetzung durch andere Laute).
Dass all die genannten Sprach- und Sprechstörungen nicht klar gegeneinander abgegrenzt sondern teilweise miteinander vermischt auftreten, erleichtert weder dem Therapeuten die Behandlung des stotternden Patienten, noch dem Patienten die Suche nach einem für ihn geeigneten Therapeuten.

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